Wenn dein Fokus sich verschiebt

Ein Sprichwort besagt: “ Wenn einer eine Reise tut, hat er viel zu erzählen.“ Heute mitten im Schreiburlaub, erkenne ich, dass zumindest teilweise der Umkehrschluss zulässig sein kann. „Wenn du nichts mehr erzählen kannst, dann tue eine Reise“.

Es fiel mir schwer meinen Fokus auf meine aktuellen und älteren Manuskripte zu legen. Nun in den Unweiten der schwedischen Wälder, bemerke ich, dass man abseits aller Hektik plötzlich auch innere Ruhe findet. Eine die selbst den zerstreutesten Geist wieder ordnen kann.

Ich sehe Bäume die sich vor der wärmenden Sonne sanft wiegen. Sie erzählen eine Geschichte davon, dass meine Sorgen von gestern auch bis morgen warten können. Hier und jetzt seien diese unwichtig. Es ist die eine Last auf meinen Schultern die dieser Anblick davon trägt.

Es sind Bilder und Eindrücke, die mich fluten. Stadthunde die endlich mal wieder ohne Leine eine neue Welt für sich erkunden. Mir zeigen das Freiheit eines der wichtigsten unserer Werte ist und den wir uns wie auch anderen sehr leichtfertig nehmen.

Wir tauschen sie ein, gegen Geld, vermeintliche Sicherheit, aber auch Stress und den Wunsch dazu zu gehören. Doch so ist die Welt hier draußen nicht gemacht. Wenn plötzlich keine Augen mehr auf dich gerichtet sind und du alle Viere gerade sein lassen darfst. Dann löst sich etwas, was viel zu lange, wie eine Fessel an deinem Bein und deinem Inneren hing.

So gefährlich uns dieses Draußen auch immer erscheint. Wenn du in deiner Bubble irgendwann jede Ecke dreimal neu gestrichen hast. Danach noch immer nicht zufrieden bist. Mach den Schritt hinaus, Genieße den Perspektivwechsel, lass die frischen Eindrücke wirken. Mir tut es gerade gut, das könnte es dir auch.

Bis die Tage.